Web 2.0 = Studium 2.0?

Der Tagesspiegel berichtet über den Einfluss, den Web 2.0 Technologien auf die Hochschullehre an deutschen Universitäten haben. Wikis, Blogs, Podcasts sind die “Web 2.0-Tools”, die am häufigsten in Lehrveranstaltungen integriert werden. Der Artikel „Studium 2.0“ stellt verschiedene Anwendungsszenarien vor, die aufzeigen, dass E-Learning mehr sein kann als der Upload von Dokumenten auf eine Lernplattform.
Auch an der PH Thurgau werden Wikis, Blogs, Podcasts aber auch andere interaktive E-Learning Elemente in einigen Lehrveranstaltungen eingesetzt. Das eLearning Team der PHTG berät Sie gerne persönlich zum Einsatz von neuen Technologien und zum didaktischen Design Ihrer Lehrveranstaltung bei der Integration von E-Learning Elementen. Gerne vermitteln wir auch Kontakte zu den Kolleg/innen, die bereits Erfahrung mit den unterschiedlichsten Anwendungen gesammelt haben.

Artikel via: Bodensee edublog

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Autor: Ute Nunnenmacher
Datum: Montag, 23. Juli 2007 13:06
Trackback: Trackback-URL Themengebiet: Dozierende, News, Web 2.0, eDidaktik

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3 Kommentare

  1. 1

    Ich möcht hier mal kurz zu bedenken geben, dass derartige e-Anwendungen aber bitte gerne wohlüberlegt, -dosiert und sinnvoll daherkommen sollten… und wer damit nicht arbeiten will, sollte dazu auch nicht genötigt werden.

    Wikis im Studium taugen nix, wenn alles darauf hin zielt, dass die Studis einen Beitrag erstellen, aber die der anderen nicht unbedingt gelesen haben müssen. (Ausser, das Lernziel war die Erstellung alleine)

    Blogs als Zusatz zum Modul erreichen wohl nur besonders interessierte Studis, welche nach News in jenem Sektor lechzen. Das könnte für recht offene Projekte sinnvoll sein… oder für Dozierende, welche sich in einem bestimmten Thema up to date halten wollen. (wie’s hier geschieht)

    Mittlerweile hab ich mir eine der Podcastvorlesungen vorgenommen und angehört. Für mich noch etwas gewöhnungsbedürftig, so viel Input nur über eine Stimme zu bekommen. Je nach Nebengeräuschefaktor (z.B. an den PH-PCs) und Länge ist dies recht heftig. Rein auditiv Lernende gewinnen dieser Form sicher einiges ab. Für die audio-visuellen Leute jedoch würde ich davon abraten, manche Vorlesungen ganz zu canceln und sich nur noch auf Podcasts zu verlegen! (Es gibt Leute, die können Mimiken und Gestiken „mehr“ Sachwissen abgewinnen, als Folien!)

    Was ich von den Modul-Foren in ILIAS halte, hab ich hier schon mal erwähnt:
    http://elearning.phtg.ch/blog/elearning/index.php/2006/11/21/dozierendenprojekt-e-modul-natur-oder-ein-ilias-lernmodul-entsteht/#comments
    Kurz: Bei manchen Modulen macht’s durchaus Sinn und über andere Inhalte kann man schlichtweg nicht sinnvoll (oder fundiert genug) diskutieren.

    Interaktive e-learning-Elemente wie Videos, Tests (mit Lösungen), kurze Lese-Lerneinheiten, Animationen und was ich sonst schon bei einigen sehr ILIAS-engagierten PH-Dozierenden gesehen habe, erlebte ich als sehr sinnvoll.
    …aber auch derart zeitintensiv, dass ich mir nicht vorstellen kann, dass sich viele Dozierende in diese Materie einarbeiten, neben all den sonstigen Dingen. Es sei den, sie kriegen eine Menge gutbezahlte Unterstützung… *aufgutbezahltesjobangebotwartet* ;-)

  2. 2

    Liebe Frau Mela
    Sie haben mich in einem privaten Mail aufgefordert, motiviert, angehalten oder so, mich im Blog zu E-Learning zu äussern.
    Meine Überlegungen gehen in folgende Richtungen: Zum jetzigen Zeitpunkt sind sehr viele Menscehn an Hochschulen, nicht nur PHs damit beschäftigt, Dozierende sanft und schonend für den “sinnvollen” Einsatz von E-Learning anzuhalten. Gleichzeitig, so meine Erfahrung an der PHTG, leisten sie hervorragenden Support und excellente Beratung. Das ist aus einer pragmatischen Sicht vernünftig, aber bildungspolitisch äusserst besorgniserregend.
    Noch zu sehr gehen Verantwortliche im Bildungswesen vom ersten Punkt der “technologischen Wendung in der Didaktik” von Flechsig (1) davon aus, dass mit Medien ein Teil oder die gesamte Lehrtätigkeit von der physischen Präsenz eines lehrenden Menschen gelöst und einer technischen Funktionalität übertragen werden soll. ICT übernehmen dann instruktionale Aufgaben. Natürlich ist Flechsig nicht da stehen geblieben – aber andere.
    Solange man in Dimensionen von “ersetzen” denkt, ist alles E-Learning nur Tand. So lange werden wir immer Artikel in der Presse haben, die behaupten, ICT brauche es nicht in den Schulzimmern (2), weil sie nicht bessere Schule machen.
    Als ich zur Schule ging, war die Schiefertafel und der Griffel das Medium Nummer 1. in der ersten Klasse. Für die Lehrperson war klar: Die Tafel dient in den ersten drei Reihen für I in den nächsten drei ist der i dran. Der Rest war für Korrekturen vorgesehen.
    Die Tafel erfüllte aber zudem, das wussten nicht alle, als hervorragendes Kommunikationsmedium gute Dienste. Sobald man die meisten Buchstaben und einigermassen erkenntlich zeichnen konnte :-) .

    Klarerweise überlegt man sich bei (wie obenen angesprochenen) schlechten Meldungen in den Zeitungen, ob man das ganze bleiben lassen soll, das ist richtig.
    Wenn sie indes beginnen in der Dimension einer Kulturtechnik (digital Literacy)zu denken, dann sieht das Ganze anders aus. Dann wird man nicht mehr von “E-Learning” sprechen, sondern von “Learning” oder “Lernen” :-) Ich weiss das klingt phantasielos, aber es ist so.
    Bei zunehmender Habitualisierung im Umgang mit ICT, werden sich die Menschen nicht mehr mit dem “E” beschäftigen. Natürlich werden dann immer noch Menschen da sein, die im Anflug eines transmateriellen Genuss-Ethos (Glotz 2001)(3) von “Angesicht zu Angesicht” schwärmen. Das Dialogische, f2f usw. lehne ich natürlich nicht ab, aber wir müssen zur Kenntnis nehmen, dass wir eine neue Kulturtechnik haben – basta. Man wehrte sich im 18.S gegen das Lesen. Dieses hatte keinen guten Stand in der Schule.
    Also zu den Videos und Casts usw. Sie alle dienen an Orten des organisierten Lernens dem Lernen, einem Angebot unter vielen. Lerntypen können sich mit der Zeit auswählen, was sie bevorzugen und das bei einem erhöhten Anteil an Selbstorganisation. Wir müssen nicht nach einer didaktischen Weltformel suchen.
    Mit besten Grüssen
    Damian Miller

    (1) Flechsig, Karl-Heinz: Die technologische Wendung in der Didaktik. In: Hess, G. Hrsg.: Konstanzer Universitätsstudien. Konstanz : Universitätsverlag (1969)
    (2) Sonntagszeitung: Computer machen keine Schule. http://www.sonntagszeitung.ch/dyn/news/wissen/764859.html (01. 08. 2007) oder Cuban, Larry: Oversold and underused. Computers in the classroom. Cambridge, Harvard University Press (2001)
    (3) Glotz, Peter: Von Analog nach Digital. Unsere Gesellschaft auf dem Weg zur digitalen Kultur. Frauenfeld, Stuttgart, Wien: Huber (2001)

  3. 3

    Wie schön! Meine Drangsalierungen trugen Früchte! ;-) Und wie ich sehe, toppten Sie mich bisher als einziger mit der Beitragslänge…
    Aber nun zum Kerngeschäft. Ich wollte aus Ihnen natürlich nähere Informationen bezüglich des neuen Podcastusus’ entlocken. Da das Semester aber noch nicht begonnen hat und die Studis daher auch noch nicht reagieren konnten, ist’s natürlich unmöglich, mir was Neues von der “Front” zu berichten. Halten Sie uns aber bitte auf dem Laufenden!! Ich denke Rückmeldungen auf Podcasts könnten auch für Ihre KollegInnen hier recht interessant sein.
    -> Lohnt sich der Aufwand? Wie gestaltet man sie möglichst professionell, aber auch verhältnismässig (Zeit, Preis, Leistung)? Etc.
    OK, nun aber mal zu Ihrem eigentlichen Posting: Sie sind also gegen die “Ersetzung” von LPs durch technologische Medien, wenn ich richtig verstanden habe. Welche Arten von Medien bzw. Welche Art von Nutzung jener Medien würden Sie denn in Richtung “Ersetzung” matchen? Und, im Gegenzug, welche Medien/Mediennutzung ist für Sie eine nützliche Ergänzung, welche eben NICHT in Richtung Ersetzen tendiert? (Ich nehme an, Ihre Bemerkungen bezügl. Lerntypen und Selbstorganisation bezog sich darauf?)
    Wenn ich mich an den Primarschulen so umgucke, dann stehen da OHPs, Computer, teils Beamer… manchmal sogar Whiteboards. Die Comps werden meist als Blitzrechnen-Stationen, für Deutsch-Programme, als Google-Bild-Recherche, Lexikon-, Duden- oder Papier-und-Bleistift-Ersatz genutzt. Besonders innovative LPs nehmen den Comp oder Laptop auch mal gerne als Abspielgerät für selbst produzierte Knetmasse-Figuren-Videos der Kids.
    Was wäre Ihre Alternative für Primarschulen?

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